Kapitel 1: Akklimatisierungsphase der Frühlingstour

Zu Fuss der Sonne entgegen, keine Spur von Sturm und Regen. Am 20. März aufgebrochen in der Mozartstadt, fünf Stunden später in Grossgmain waren die Füsse platt. Richtung Hirschbichl entlang einer gefrohrenen Spur, meisterten wir die erste Schneeetappe unserer Tour. Durch tiefen Sulz und Lawinenkegel, stieg dann auch des Weissbach Pegel. Von ausgiebigen Mahlzeiten gestärkt, machten wir uns im Klettergarten ans Werk. Vor uns liegt der Krimmler Tauern, wo eventuell Gefahren auf uns lauern. Wir werden sehen, wenn’s sein muss werden wir es verstehen, rechtzeitig wieder umzudrehen.

Bevor in Bus und Zug verstaubt, und durch die Geschwindigkeit unserer Seele beraubt, hatten die schnelle Reise erst in Mittelsill verdaut. Wir waren schon dabei unseren Plan zu verwerfen, dann trafen wir einen Bergretter, der uns sagte: Verliert doch nicht die Nerven, geht über den Pass und aktiviert dabei eure Reserven. Frei nach dem Motto: Wer gut schmiert der geht gut, damit es an den Füssen nicht weh tut, wanderten wir weiter mit frohen Mut.

Um zwei Uhr Nachts läutete der Wecker. Wir packten zusammen, und stiegen zum Krimmler Tauern auf. Ein früher Aufbruch war notwendig, um nicht im Sulz zu versinken. Einmalig wie sich der Schnee verändert. Einige hatten mit Übelkeit zu kämpfen, doch bei den guten Wetterbedingungen erreichten wir den Pass schon um halb 9 Uhr morgens. Nach dem Abstieg und einer gemühtlichen Pause bei den Hütten steurten wir den Campingplatz in Brunneck an, von wo uns Scotty am nächsten Tag nach Turin und dann weiter nach Oulx beamte.

Kapitel 2: Grenzen erweitern

Nach einer erholsamen Nacht im Zelt marschierten wir durch ein schönes Tal zur französischen Grenze.

In L’ Argentiere tankten wir unsere Vorräte auf und fuhren nach Vallouise wo der Parc National des Ecrins auf uns wartete.

Wir planten eine Besteigung des Dome de Neige mit 4057m. Die Bedingungen waren eigentlich gut; doch die Nacht vor dem “Summit Push” war leider viel zu warm.

Obwohl wir um 4 Uhr starteten brach der Harschdeckel schon beim Zustieg über den flachen Glacier Blanc. Nachdem wir aber mittlerweile Meister des Firn geworden sind, wussten wir, dass eine Besteigung zu gefährlich ist. Auch wenn es sehr schmerzhaft für uns war, ganz allein bei perfektem Wetter, so fühlte es sich richtig an.

Als Alternative stellte sich ein Nebengipfel mit besseren Bedingungen dar. Mit kurzer Kletterei erreichten wir den spitzen Gipfel.

Während wir die Aussicht genossen, donnerte mit gröllenden Lärm eine Lawine über unsere geplante Aufstiegsroute. Wir freuten uns über die richtige Entscheidung auf den Berg zu verzichten und stiegen zufrieden ab. Kurz darauf zog ein Hubschrauber über den Gletscher herauf. Wir wunderten uns, da sonst niemand unterwegs war, doch als er vor uns landete wurde uns klar, dass er nach uns Ausschau hielt. Der Bergretter erklärte, dass die Lawine von der Hütte aus gesehen wurde, und freute sich, dass es uns gut ging. Er schüttelte uns die Hand, und flog der Sonne entgegen.

Beim Abstieg genossen wir nochmal die wilde Landschaft aus Eis und Granit.

Nach drei Tagen Expedition im Alpin Stil freuten wir uns über einen entspannten Tag beim Sportklettern.

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